Modellversuch Islamunterricht wird nicht zu Regelunterricht ausgeweitet

16. April 2015 | Bildungspolitik

Landtag lehnt entsprechenden Antrag der SPD-Landtagsfraktion ab/ MdL Petersen: „Modell war erfolgreich, Akzeptanz sehr hoch“

Ein Antrag der SPD-Landtagsfraktion, den Islamunterricht in deutscher Sprache an bayerischen Schulen als ordentliches Lehrfach bis zum Schuljahr 2017/2018 an allen Schularten in Bayern einzurichten, ist im Bayerischen Landtag gescheitert.

In ihrer diesbezüglichen Rede wies die SPD-Landtagsabgeordnete Kathi Petersen (Schweinfurt) darauf hin, dass die CSU-geführte Staatsregierung eigentlich kein wirkliches Problem mit dem Thema haben dürfte. Schließlich habe sie selber einen Modellversuch Islamunterricht auf den Weg gebracht. Zwar konnte und sollte dieser explizit kein islamischer Religionsunterricht nach Art. 7 Grundgesetz sein.

Dennoch habe man eine pragmatische Lösung gefunden: Den deutschsprachigen Islamunterricht.

Beteiligt hätten sich an diesem Modellversuch, der zunächst bis 2014 befristet worden war, ca. 200 Schulen in Bayern (u.a. auch die Rückert-Grundschule in Schweinfurt). Die Ergebnisse seien erfreulich: „Die Evaluation, die durchgeführt wurde, ergab: Das Modell war erfolgreich. Die Akzeptanz des Islamunterrichts bei Eltern, Schülern und Lehrern war sehr hoch“, so Petersen. Die gesteckten Ziele – Förderung der Persönlichkeitsentwicklung, Unterstützung der Integration in die Gesellschaft, Stärkung der interreligiösen Dialogfähigkeit - seien erkennbar erreicht worden.

Die logische Konsequenz müsse also sein, dass das Modell zur Regel würde. Aber: „Mit Logik hat es die CSU offensichtlich nicht“, so Petersen. Stattdessen hätte die CSU-Fraktion entschieden, das Modell um weitere fünf Jahre zu verlängern. Begründung: Es gebe staatskirchenrechtliche Hürden und nicht genügend Lehrkräfte. „Das haben wir in unserem Antrag berücksichtigt“, so Petersen. „Wir haben erst ab 2017/18 die flächendeckende Einführung des Islamunterrichts gefordert“.

Es sei jedenfalls wichtig, dass man andere Religionen anerkenne. „Wir haben Religionsfreiheit in Deutschland – auch in Bayern. Der Islamunterricht signalisiert den muslimischen Schülerinnen und Schülern, dass wir sie so akzeptieren, wie sie sind“.

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