„Wenn man für eine Fachkraft bezahlt, will man auch eine Fachkraft“

02. März 2016 | Arbeit

Petersen besucht Kreishandwerkerschaft Schweinfurt im Rahmen des Bayerischen Tags der Ausbildung

Die berufliche Bildung war Thema eines Gesprächs der SPD-Landtagsabgeordneten Kathi Petersen (Schweinfurt) mit der Kreishandwerkerschaft in Schweinfurt. Aus erster Hand erfuhr sie dabei von Kreishandwerksmeisterin (und Obermeisterin der Friseurinnung) Margit Rosentritt sowie ihrem Stellvertreter (und Obermeister der Elektroinnung) Jürgen Weth, wie die überbetriebliche Ausbildung in Theorie und Praxis abläuft.

Zur Sprache kamen dabei z.B. die sogenannten „ausbildungsbegleitenden Hilfsmaßnahmen“ (abH) der Bundesagentur für Arbeit und die überbetrieblichen Unterweisungen, die in jeder handwerklichen Ausbildung Pflicht sind. Bezahlt werden diese von den Betrieben, welche die Auszubildenden dafür auch freistellen. Hierbei erlernen die Jugendlichen spezielle Fertigkeiten, die zwar prüfungsrelevant sind, aber manchmal nicht in jedem Betrieb ausreichend vermittelt werden können. So befassen sich die Auszubildenden in der Elektroinnung eine Woche nur mit dem Thema Anschluss von Antrieben oder verschiedenen Kommunikationssystemen.

Seit letztem Jahr bietet die Elektroinnung auch noch nach dem Berufsschul-unterricht einen Förderunterricht an, der für die Azubis freiwillig ist und von der Innung bezahlt wird. „Wenn der Kunde eine Fachkraft bestellt und dafür bezahlt, muss er auch eine Fachkraft bekommen“, beschreibt Weth das Ausbildungsprinzip. „Das ist ganz wichtig“.

Für die Elektroinnung würden in der Region mindestens 50 Azubis pro Jahr gebraucht, um den Bestand zu halten. Es werde jedoch immer schwieriger, die Leute zu finden. „Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass Viele erst mal ein Hochschulstudium beginnen, ohne genau zu wissen, ob das überhaupt das Passende für sie ist“, teilt Weth mit. Dabei sei das Handwerk aufgrund seiner Vielfältigkeit ebenso für viele Abiturienten geeignet. Es biete aber auch Chancen für Jugendliche, die sich in der Schule teilweise etwas schwerer tun. Ebenso würde es vielen Flüchtlingen eine Möglichkeit bieten, sich zu integrieren, den Weg in das Arbeitsleben zu finden und somit auf eigenen Beinen stehen zu können.

Die Handwerksbetriebe seien bereit, sie dabei tatkräftig zu unterstützen, so Rosentritt. Ohne Willen und Ehrgeiz seitens der Azubis könne aber keine erfolgreiche Ausbildung absolviert werden. Dies schließe die Fähigkeit zum Reflektieren mit ein. Zwar könne man heutzutage im Internet ständig jede Information abrufen. Diese aber auch entsprechend anzuwenden, sei nicht immer einfach. „Junge Leute müssen in die Lage versetzt werden, Informationen zu bewerten und einzuordnen“, pflichtet Petersen bei.

Dem Gespräch schloss sich ein Rundgang durch die Unterrichtsräume an. Hier konnten Rosentritt und Weth demonstrieren, wie vor Ort gelernt wird.

Petersen, die in der SPD-Landtagsfraktion für das Thema berufliche Bildung zuständig ist, nahm einen sehr positiven Eindruck mit. „Es ist erfreulich zu sehen, welche Möglichkeiten den jungen Menschen hier geboten werden“.

Wie diese Möglichkeiten aufrechterhalten und verbessert werden können, darüber sprach Petersen kürzlich im Landtag: Problematisch sei u.a. der häufige Ausfall von Pflichtunterricht.Es sei „absolut inakzeptabel“, dass bis zu 10% des Unterrichts nicht stattfinden könne. Auch für die schulische Integration von Flüchtlingen müssen mehr getan werden. Man brauche wesentlich mehr Personal und Räume.

Die ganze Rede finden Sie hier.

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