„Kein Mensch flieht freiwillig“

19. Juni 2018

UNHCR-Bericht zeigt: Fast 70 Mio. Menschen auf der Flucht

68,5 Mio. Menschen waren im Jahr 2017 auf der Flucht vor Bürgerkrieg, Terror und Verfolgung. Diesen traurigen Rekord vermeldet die UNHCR in ihrem aktuellen „Global Trends“-Bericht anlässlich des Weltflüchtlingstags (20. Juni 2018).

Die Entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kathi Petersen (Schweinfurt), fordert dazu auf, nicht länger wegzusehen und aktiv zu werden. Es brauche eine grundsätzlich gerechtere Wirtschaftspolitik. „Es muss um die Bekämpfung von Fluchtursachen gehen, nicht um die Abschottung gegen Flüchtlinge“, so Petersen. Die Absicht von Bundesinnenminister Horst Seehofer, Menschen an der deutschen Grenze abzuweisen, sei inhuman und rechtswidrig. „Die Türkei hat 3,5 Mio. Flüchtlinge aufgenommen, der Libanon 1 Mio. – bei einer Gesamtbevölkerung von gerade mal 6,2 Mio. Da reicht die Aufnahmequote in Deutschland bei weitem nicht“. Zumal immer weniger Flüchtlinge nach Deutschland kämen, nicht mehr. Im Jahr 2017 waren nur knapp 190.000 Asylsuchende in Deutschland registriert worden. 2015 waren es noch 890.000 gewesen.

Mit seiner derzeitigen Politik produziere der Westen in den Ländern des globalen Südens genau die Verhältnisse, vor denen die Menschen fliehen, so Petersen. „Das müssen wir ändern“. So müssten Rüstungsexporte gestoppt, die wirtschaftlichen Beziehungen fair gestaltet und der Klimaschutz ernst genommen werden.

Die UN-Nachhaltigkeitsziele müssten in nationale Politik umgesetzt werden. „Kein Mensch flieht freiwillig. Tragen wir mit dazu bei, dass Menschen in ihrer Heimat eine Perspektive haben“.

Den Bericht des UNCHR finden Sie hier.

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